Giuseppe «Giusi» Castrovinci feiert sein 25jähriges Jubiläum als Coach! 25 Jahre! Das muss
man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Giusi ist mit 7 dem FC Altstätten beigetreten. 1979. Also vor 46 Jahren.
Er hat unsere Juniorenabteilung durchgemacht, unter Trittinger in der 1. Liga gespielt und seine Fussballkarriere dann im Zwei, beim damaligen Milan Club Altstätten und schliesslich bei den Senioren auslaufen lassen. In dieser Zeit war er bereits während vier Jahren Trainer bei den E- und D-Junioren. Diese vier Jahre hat er nicht mal gezählt…
Seine Zeit als Coach begann im Jahr 2000. Die Trainer an seiner Seite?
Regtop, Frisenda, Kuruzovic, Haldner, Eisbacher, Grabher, Bachofner, Knecht, Brunner, Koller und Shabani. 6 Jahre Brunner und 3.5 Jahre Regtop waren die längsten Zeitfenster.
Vor 46 Jahren dem FC Altstätten beigetreten. Zwischenzeitlich mal dreieinhalb Saisons zu Montlingen gegangen und dort viele neue Freunde und eine ganz andere Art Verein kennengelernt.
Ansonsten dem FCA immer treu geblieben und mit unheimlich viel Herzblut Woche für Woche auf dem Platz gestanden und den Spielern und dem Staff ein optimales Umfeld geschaffen, damit sie sich auf den Fussball konzentrieren können.
Giusi! Zeit für ein Interview mit dir. Der Titel verrät es – du sitzt seit 25 Jahren auf der Ersatzbank. Ist das nicht bitter?
«Haha. Nein. Natürlich nicht. Wenn das Spiel startet, darf ich mich getrost mal ein paar Minuten hinsetzen, denn dann habe ich bereits einiges erledigt, was man halt nicht so sieht, weil es im Hintergrund passiert.
Ich mache sehr viel Papierkram im Vorfeld. Ich schreibe das Aufgebot für die Spieler, fülle die Matchkarte für den Verband aus, liefere dem Speaker und der Presse die Kaderliste aus, kaufe ein paar Leckereien wie Bananen oder Kuchen für die Spieler ein und bereite die Garderobe zirka eine Stunde vor dem Spiel vor, damit alles am richtigen Ort ist und sich Staff und Team auf die Punktejagd konzentrieren können.»
Ah okay… Das klingt nach Stress… Wie nennt man diesen Job?
«Ich darf mich ja seit ein paar Jahren ‘Teammanager’ nennen. Das klingt nicht schlecht, oder? Ich manage tatsächlich alles rund um ein Spiel. Das fängt beim Material an – ich hole die Dresse, richte Kabine und Bälle, stelle Überzieher und Hüttchen bereit, kontrolliere die Eckfahnen und die Tore, organisiere die Getränke – auch für die Schiris – und empfange auch das gegnerische Team, damit auch sie sich zurechtfinden. Man kommt so viel in Kontakt mit den Leuten, das gefällt mir sehr gut.
Die Presse wünscht oft noch einen Interviewpartner nach dem Spiel und auch dort helfe ich mit, einen Spieler oder den Trainer vors Mikrophon zu bringen. Wie bei den Grossen.»
Wann hast du Ruhe?
«Also wenn ich Ruhe habe, gehe ich gerne zu unseren Fans – vor allem bei Auswärtsspielen – und plaudere ein wenig mit ihnen. Ich finde es immer extrem schön, wenn uns Leute sogar an die Auswärtsspiele begleiten.»
Gut. Aber während des Spiels hast du Ruhe?
«Hmm. Das kommt auf das Spiel drauf an. Ich bin bei den Auswechslungen für die entsprechenden Formulare verantwortlich. Ausserdem bediene ich für den Verband den Totomat und wenn von euch vom Social Media Team niemand vor Ort ist, bediene ich auch noch den FCA-Livestream.
Nach dem Spiel kommt der schwierigste Teil – das Zusammenkramen des Materials, so dass alles wieder am richtigen Ort landet. Bei Auswärtsspielen ist mir ausserdem wichtig, dass wir die Kabine sauber verlassen. Wir wollen ja angenehme Gäste sein und nicht nur auf dem Spielfeld einen guten Eindruck hinterlassen.»
War das schon immer deine Aufgabe beim FCA?
«Nicht ‘schon immer’, aber schon lange. Ich war aber auch im Vorstand tätig und für verschieden Anlässe verantwortlich, allen voran für den Maskenball in der Tschätterinacht und auch jahrelang für das Juniorenhallenturnier.
Ausserdem ‘musste’ ich zwischen 2010 und 2013 die Matchberichte für die Zeitung schreiben und war jahrelang Teambetreuer des Teams ‘FCA verstärkt’ am internationalen U19-Turnier.
Was gibt dir das alles zurück?
Also zuallererst sind es natürlich die viele Freundschaften. Gerade all die talentierten Rheintaler Fussballer aus den U19-Turnieren, die danach mit ihren Stammvereinen auf meinen FCA treffen – die begrüssen mich immer freundlich und schätzen und respektieren mich. Das ist schön.
Durch die vielen Jahre als Mitorganisator des CS-Cups – heute UBS-Cup – kenne ich ebenfalls viele Leute, die gar nicht unbedingt direkt mit dem Fussball, sondern vielleicht mit den Schulen verbunden sind.
In meiner unerfreulichen Zeit mit meiner schweren Krankheit hat mir der Fussball, vor allem der FC Altstätten und der FC Montlingen, sehr geholfen, mich gestützt, mich unterstützt – das ist natürlich unbezahlbar.
Einfach gesagt: Es sind die Menschen, für die es sich lohnt, all die Zeit zu investieren.
Gibt es Erfolge, an die du dich erinnerst oder die dir viel bedeuten?
Sportlich war die Saison 23/24 mit dem Aufstieg in die 2. Liga Interregio und dem Ostschweizer Cupsieg. Da hatten wir so viel zu feiern – eine wunderbare Saison.
Völlig überwältigt war ich ab den vielen Glückwünschen zu meinem 25. Jubiläum als Coach und jetzt Teammanager. Als ich das auf Social Media gepostet habe, wurde ich überschwemmt von Glückwünschen. So etwas haut dir die Knöpfe raus vor Stolz und Glück und darum bezeichne ich das als meinen grössten Erfolg: die vielen Leute, die meine Arbeit wahrnehmen, anerkennen und sogar ein nettes Wort für mich übrig haben.
Ich spüre sehr viel Anerkennung von den FCA-Fans, von den FCA-Freunden, aber auch von anderen Vereinen und deren Fans. Ich höre sehr oft den Spruch: «Giusi, du ghöörsch afach zum Inventar vom FCA!» und das ist für mich ein grosses Geschenk!»
Lieber Giusi
46 Jahre FCA – 25 Jahre im Dienste der Rheintaler Fussballer – wir sind tief beeindruckt und dankbar.
Wir sind aber auch stolz, dass du unsere Farben so gut gegen aussen vertrittst und ein Vorbild bist, was die Zusammenarbeit mit allen Klubs anbelangt.
Wir gratulieren dir herzlichst zu deinem Jubiläum und wünschen dir weiterhin viele coole Begegnungen mit der Fussballfamilie und beste Gesundheit!
Hopp FCA – hopp Giusi!
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